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Flora und Fauna

NaturaufnahmeDas Gebiet der unteren Mulde liegt am Rande des mitteldeutschen Trockengebietes. Im Bereich desBinnenlandklimabezirkes Elbeaue liegen die Niederschläge im langjährigen Mittel von rund 540 mm relativ niedrig. Der Juli ist mit 74 mm der regenreichste Monat. In der Hauptvegetationsperiode von Mai bis Juli fallen 180 mm Niederschlag. Die langjährige mittlere Jahrestemperatur liegt bei 8,7 0C. Wärmster Monat ist der Juli mit 18.3 0C. EinenAnstieg der Niederschläge im Bereich der Heideflächen dokumentiert die Messstation Sollnitz (65 m NN) mit 563 mm. DieLufttemperatur dieser Station beträgt 8,7 0C im Jahresmittel.

Den klimatischen Bedingungen entsprechend, siedeln im Muldetal eine Reihe südlichkontinentaler und submediterraner Pflanzenarten, von denen die Wasserpflanzen Wassernuss (Trapa natans) und Schwimmfarn (Salvinia natans), die Röhrichtpflanze Doldige Schwanenblume (Butomus umbellatus), die Trockenrasenpflanzen Hügelmeier (Asperula cynanchica) und Berg-Haarstrang (Peucedanum oreoselinum), die Wiesenpflanzen Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) und Teufelsabbiss (Succisa pratensis) sowie der charakteristische Auenbaum. die Feld-Ulme (Ulmus minor), genannt seien. Die pleistozäne Hochfläche der Mosigkauer Heide wird dagegen durch subozeanische und boreale Florenelemente charakterisiert. Hierzu gehören die an Waldrändern und auf gehölzfreien Heideflächen siedelnden Arten Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia), Pracht-Nelke(Dianthus superbus), Busch-Nelke (D. seguieri). Flügelginster (Chamaespartium sagittale), Deutscher Ginster (Genistagermanica). Haar-Ginster (G. pilosa) und Färber-Ginster (G. tinctoria). Als natürliche Vegetation würden auf derpleistozänen Hochfläche der Mosigkauer Heide im östlichen Teil auf grundwassernahen Sand- und Kiesböden Birken-Eichen-Wälder mit Kiefernanteilen stocken. die in den westlichen Heideteilen auf bindigen Grundmoränenböden von subkontinentalen Eichen-Hainbuchen-Wäldern mit Lindenanteilen abgelöst würden. An den Hängen zum Urstromtal der Mulde stocken von Natur aus Eichen-Ulmen-Hainbuchen-Wälder. Diese natürlichen Vegetationsmosaike sind weitgehend in Kiefernforsten umgewandeltworden. Bemerkenswert sind zahlreiche forstlich bedingte Rotbuchenhorste. In der Aue breitete sich der Hartholzauewald aus, der auf flussnahen Standorten vom Weichholzauewald abgelöst wurde. Auf flussfernen, durch Quell- und Grundwasser beeinflussten Niedermoorstandorten stockten Erlenbrüche und Erlen-Eschen-Wälder. All diese Vegetationstypen sind heute noch in Resten vorhanden. Großflächig wurde der Wald jedoch gerodet und in Acker- und Wiesenland überführt. Reste naturnaher Vegetation sind als Zwergbinsen-Gesellschaften auf trockenfallenden Uferbänken der Mulde oder als Fluss-Zweizahn-Gesellschaften an den Ufern des Flusses zu finden. In den Standgewässern tritt eine Vielzahl vonWasserpflanzengesellschaften, Röhricht- und Großseggen-Gesellschaften auf. Als charakteristischen Vertreter der Tierwelt der Aue muss der geschützte bestandsgefährdete Elbebiber (Castor fiber albicus) besonders hervorgehoben werden. Aus dem Wildbestand seien Reh, Wildschwein, Hase, Wildkaninchen, Dachs und Fuchs genannt. Sehr artenreich ist die Kleinsäugerfauna entwickelt. Als Greifvögel treten insbesondere Mäusebussard (Buteo buteo), Roter (Milvus milvus) und Schwarzer Milan (M. migrans) auf. Erwähnenswert sind weiterhin Wespenbussard (Pernis apivorus), Rohrweihe (Circus aeruginosus),Turmfalke (Falco tinnuncalus) und Habicht (Accipiter gentilis). In den Wäldern lebt eine artenreiche Kleinvogelfauna. Die Mulde und ihre Altwässer sind Lebensraum der Wasservögel. Graureiher (Ardea cinerea), verschiedene Entenarten, Haubentaucher (Podicepscristatus) und Zwergtaucher (P. ruficollis), Eisvogel (Alcedo atthis) und die verschiedensten Kleinvögel der Röhrichtzonesind hier zu beobachten. Eine besondere Bedeutung besitzt dieser Raum als Rast- und Überwinterungsgebiet für ziehendeVogelarten. In den Kleingewässern haben sich z. T. arten- und individuenreiche Bestände der Lurche erhalten. Als Vertreter der Insektenwelt sei auf die beiden großen Käferarten Hirschkäfer (Lucanus cervus) und Eichenbock (Cerambyx cerdo) verwiesen. Die Kiefernwälder der Mosigkauer Heide sind der Lebensraum von Nachtschwalbe (Caprimulgus europaeus), Heidelerche (Lullulaarborea), Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe), Haubenmeise (Parus cristatus), Tannenmeise (P. ater) und Wintergoldhähnchen (Regulus regulus). Der ehemals sehr gut ausgebildete Greifvogelbestand der Mosigkauer Heide ist seit den 70er Jahren auf Grund umfangreichen Einschlags der Altholzkomplexe stark zurückgegangen. So brüteten 1969 13 Brutpaare desMäusebussards (Buteo buteo), 1979 dagegen nur noch 4-5 Brutpaare. Vor 1969 existierten 3-4 Brutpaare des Habichts(Accipiter gentilis); heute gibt es keinen gesicherten Brutnachweis mehr. Der Rotmilan (Milvus milvus) erreichte vor1969 12-15 Brutpaare in der Heide, die heute auf 2-3 gesunken sind. Der Schwarzmilan (M. migrans) fehlt heute in der Heide, war jedoch vor 1969 jährlich mit 3-4 Brutpaaren vertreten. Der allgemeinen Situation beim Wanderfalken in den 50er und 60erJahren folgend, erlosch die Brut des Wanderfalken (Falco peregrinus) auch in der Mosigkauer Heide. Der Baumfalke (F.subbuteo), der vor 1969 3 Brutpaare in der Heide aufwies, ist heute noch mit 1-2 Brutpaaren vertreten. Diese Angaben beziehen sich auf die gesamte Mosigkauer Heide einschließlich ihrer in den Kreisen Köthen und Dessau liegenden Teile.

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Donnerstag, 27.11.2014, 21:25